Sustainability: Von nice-to-have zum Pflichtprogamm - warum Unternehmen jetzt handeln müssen


Quelle Grafik SDGs: Deutsche Gesellschaft für die Vereinten Nationen eV https://dgvn.de/

10 Gründe, warum Nachhaltigkeit keine lästige Pflicht, sondern befreiende Kür ist

1. Kunden erwarten von Unternehmen mehr Nachhaltigkeit

Das Marktforschungsinstitut Rothmund Insights hat 2021 die Studie "Nachhaltigkeit im Fokus" veröffentlicht. In dieser wurden Motive, Verhaltensweisen und Wünsche der Verbraucher zum Thema Nachhaltigkeit und nachhaltige Produkte untersucht. Fazit: "Die große Mehrheit der Verbraucher (89%) wünscht, dass Unternehmen in Zukunft nachhaltiger und umweltgerechter wirtschaften. Zugleich wächst die Zahl derjenigen Konsumenten, die bereit sind, für ein nachhaltigeres Leben auf ein Stück Komfort zu verzichten und für nachhaltige Angebote wo notwendig auch etwas mehr zu bezahlen. Aktuell macht diese Zielgruppe der "Aktiv Nachhaltigkeitsbewussten" bereits 42 Prozent aller Verbraucherinnen und Verbraucher in Deutschland aus - Tendenz steigend. Die Corona-Krise hat diese Entwicklung zusätzlich verstärkt. Für Unternehmen ergeben sich daraus zahlreiche neue Potenziale; zugleich neue Anforderungen für die Produktentwicklung und Kommunikation".

2. Kunden akzeptieren Preiserhöhungen

Nachhaltiges Wirtschaften und damit einhergehende Preiserhöhungen werden von Kunden und weiteren Stakeholdern akzeptiert. Voraussetzung: Unternehmen müssen transparent und klar darlegen, dass  schonender Umgang mit Ressourcen, Umweltschutz und faire Arbeitsbedingungen gewährleistet werden. 

3. Vertrauen und Glaubwürdigkeit stärkt Kundenbindung

Das Versprechen der Nachhaltigkeit und alles, was damit einhergeht, ist für Unternehmen einlösbar, denn Nachhaltigkeit kann über Zertifikate nachgewiesen und in Zahlen belegt werden. Werden die Nachweise regelmäßig und unaufgefordert erbracht, stärkt das die Glaubwürdigkeit eines Unternehmens. Mit der so erschaffenen Vertrauensbasis wird auch die Kundenbindung erhöht. 

4. Nachhaltiges Handeln ist Unternehmensbenefit

Engagement mit Bereich Nachhaltigkeit eignet sich als Marketinginstrument. Wer über die gesetzlichen Vorgaben hinaus agiert, darf damit hausieren gehen: Wer sich klar zu anerkannten Werten bekennt und diese auch lebt, kann mit einem Bonus in der Anerkennung rechnen. Vor allem für Unternehmen und Branchen, die bislang ein Schattendasein fristen oder mit einem schlechten Image zu kämpfen hatten, kann nachgewiesener Ehrgeiz in der Nachhaltigkeit für dicke Pluspunkte in der Stakeholdergunst sorgen. Aber Achtung: Nachhaltigkeit ist eine Philosophie, die ganzheitlich gelebt werden muss. Vordergründiges, aufgesetztes "Greenwashing" zu Marketingzwecken wird zunehmend durchschaut und kann dafür sorgen, dass die Glaubwürdigkeit unwiederbringlich verloren ist. 

5. Ressourcen sparen, Kosten senken!

Nachhaltiges Agieren erstreckt sich über alle Prozesse und Leistungen eines Unternehmens hinweg. Mit dem Wechsel des Stromanbieters allein ist es nicht getan. Alles muss auf den Prüfstand, was im Unternehmen genutzt und verbraucht wird - von der Energie über Papier bis hin zu Dienstwagen. Das ist aufwändig. Am Ende steht aber in der Regel eine klare Erkenntnis: der bewusste Umgang mit Ressourcen reduziert Kosten und erhöht in mindestens dem gleichen Maß das gute Gewissen, einen wichtigen Beitrag zur Erreichung der Klimaziele geleistet zu haben. 

6. Solidarität statt Egoismus macht sympathisch

Nachhaltigkeit ist zwar schon jetzt keine nice-to-have-Option mehr, sondern unvermeidbare, in vielen Bereichen auch bereits gesetzlich verankerte Pflicht. Unternehmen, die sich im Bereich Sustainability durchgängig stark aufstellen, zeigen jedoch fernab dieser Verpflichtung, dass sie die Zeichen der Zeit verstanden haben und sich proaktiv für das Wohl kommender Generationen einsetzen - anstatt ausschließlich auf Wirtschaftswachstum mit Blick auf den Shareholdervalue zu setzen. Das Unternehmen wird aufgewertet und steigt in der Gunst von (Aktien-)Käufern. 

7. Nachhaltigkeit vermeidet Angreifbarkeit 

Umweltschädigendes Verhalten lässt sich in Zeiten der Digitalisierung nicht lange geheim halten. Unternehmen, die schlechte Produktions-, Transport- oder Arbeitsbedingungen unterstützen oder billigend in Kauf nehmen, müssen damit rechnen, dass dies rasant schnell und durch alle Bevölkerungsschichten bekannt und umgehend abgestraft wird. Wer einen nicht einzufangenden Shitstorm von vornherein lieber vermeiden als auskämpfen möchte, dem sei deshalb geraten, die Nachhaltigkeit - und dazu zählt auch der Umgang mit den eigenen Mitarbeitern weltweit - direkt zur Chefsache zu erklären. 

8. Aus Stakeholdern werden Markenbotschafter

Wird ethische Korrektheit und ressourcenschonender Umgang in einer Unternehmensphilosophie verankert und in der Praxis erkennbar gelebt, dann werden Stakeholder zunehmend zu Markenbotschaftern, die das gute Gefühl im Umgang mit dem Unternehmen weitertragen. In Zeiten, in denen nachhaltiges Engagement noch nicht alle Unternehmen durchdrungen hat, kann ein Vorsprung in diesem Bereich auch zum Wettbewerbsvorteil gereichen. 

9. Mitarbeiter gewinnen und langfristig binden

Qualifizierte Fach- und Führungskräfte sind rar. Gerade jüngere Mitarbeitende schätzen einen Arbeitgeber, der durchgängig nachhaltig agiert und sich dem bewussten Umgang mit Ressourcen und Werten verpflichtet. Statt großen Firmenwagen und noch größeren Bonuszahlungen achtet der Nachwuchs im Wirtschaftsleben vermehrt auf gute Work-Life-Balance und vorbildliches Verhalten seines Arbeitgebers: Das gute Gefühl eines Miteinanders auf Augenhöhe sowie ökologisch und sozial korrekten Strukturen können unschlagbare Vorteile im Wettbewerb um Talente sein. 

10. Heute vorausschauend handeln vermeidet teure Nachbesserungen morgen

Der Gesetzgeber zieht die Daumenschrauben an. Nachhaltiges Wirtschaften und der Nachweis darüber wird zunehmend zur Pflicht. Die Anforderungen steigen auf vielen Ebenen, auch hinsichtlich der Vorgaben, etwa im Bereich der Emissionen. Wer heute schon einen Schritt weiter ist, als die aktuellen Vorgaben es vorsehen, erspart sich kurzfristige, oftmals aufwändige und damit teure Nachrüstungen.