Fachkräftemangel, Digitalisierung & Transformationsdruck: Controller bleiben gefragte Experten

Ergebnisse der Robert Half Gehaltsübersicht 2020

Neue Technologien, Fachkräftemangel und geopolitische Änderungen beeinflussen den Arbeitsmarkt auch im Jahr 2020 massiv. Mit dieser Zusammenfassung leitet der Personaldienstleister Robert Half, Frankfurt am Main, seine umfassende Vorschau „Gehaltsübersicht 2020“ ein. Sie befasst sich neben allgemeinen Trends insbesondere mit den Bereichen kaufmännischer Bereich, IT sowie Finanz- und Rechnungswesen. Wichtigstes Fazit für die Controller: Sie gehören auch 2020 zu den besonders gefragten Finanzexperten. 

Für die Arbeitnehmer ist das eine erfreuliche Aussicht, haben sie als Umworbene doch weiterhin exzellente Chancen, bei der Entscheidung für einen Arbeitgeber die Erfüllung persönlicher Vorlieben und Bedürfnisse mit in die Waagschale legen zu können. Für die Unternehmen bedeutet das, dass sie Bewerbern deutlich mehr als eine gute Bezahlung bieten müssen. Der Wunsch der Fachkräfte nach flexiblem Arbeiten und guter Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben hat laut Robert Half in den vergangenen Jahren zwar stetig zugenommen. Lediglich rund 27% der deutschen Unternehmen bieten aber aktuell beispielsweise Home-Office an. Stattdessen setzen viele Unternehmen auf Programme zur Erhaltung körperlicher und geistiger Gesundheit. „Die Praxis zeigt jedoch: Im Kampf um Talente können sich die Unternehmen, die kein flexibles Arbeiten oder Home-Office anbieten, am Großteil des Kandidatenmarktes nicht mehr bedienen“, so die Gehaltsstudie, denn knapp die Hälfte der Befragten würden ein Angebot ablehnen, das keine flexiblen Arbeitszeiten oder Home-Office-Optionen anbietet. Gerade mittlere und kleine Unternehmen kommen – mangels Spielraum für Gehaltserhöhungen – diesem Interesse potenzieller Mitarbeiter an Flexibilität mehr entgegen als größere Unternehmen. Flexible Arbeitszeiten und Rentenpakete sind laut Studie vor allem bei den Millenials unter den Finance-Experten sehr gefragt, schließlich setzen diese auf Work-Life-Balance und solide Zukunftsplanung. Aber auch der Firmenwagen ist nach wie vor heiß begehrt. Auf bis zu 10% Gehalt würden 27% der Befragten aus dem Finanzbereich dafür verzichten. 

Die Entwicklung der Gehälter mit Fokus auf das Controlling hat Haufe.de untersucht und dabei die Gehaltsübersichten für 2018 und 2019 von Robert Half verglichen. Haufes Fazit: Insbesondere Berufseinsteiger und Controller mit ersten Erfahrungen können mit vergleichsweise höheren Gehältern rechnen. Bei den Einsteigern im Financial Controlling ergibt sich ein Plus von 5.750 Euro auf 65.000 Euro Bruttojahresgehalt. Junior-Controller mit ersten Erfahrungen erhalten 2020 mit 48.000 Euro Bruttojahresgehalt ein Plus von 6.000 Euro im Vergleich zum Vorjahr. Für Senior Professionals hingegen ergeben sich laut Haufe.de kaum nennenswerte Gehaltssteigerungen. (Quelle: Haufe online)

Die Gehaltsstudie, die sich auf einen bundesweiten Durchschnitt der Jahresbruttogehälter in Deutschland beruft, gliedert die Gehälter in vier Stufen: Mitarbeiter, die neu in der Position sind (25 Perzentil), Kandidaten mit durchschnittlicher Erfahrung (50 Perzentil), Bewerber mit überdurchschnittlicher Qualifikation (75 Perzentil) sowie Kandidaten mit außergewöhnlich viel Erfahrung und Expertise (95 Perzentil). Die Erhebung bezieht sich auf die Erfahrung der Personalberater von Robert Half sowie auf mehrere repräsentative, deutschlandweite Arbeitsmarktstudien, bei denen 200 CFOs, 201 CIOs, 301 Personalverantwortliche sowie 1.000 Fachkräfte von einem unabhängigen Marktforschungsinstitut befragt wurden. 

Neben der Fachkompetenz rücken soziale Kompetenz sowie strategisches DenkenKommunikation und Belastbarkeit immer stärker in Fokus der Anforderungen an die Mitarbeiter. Digitalisierte und automatisierte Vorgänge im Finanz- und Rechnungswesen haben die Rollen dort stark verändert: Arbeitsweisen und Prozesse sind nun noch stärker gemeinschaftlich ausgerichtet, weshalb strategisches DenkenGeschäftssinn und hohe emotionale Intelligenz für die CFOs an Bedeutung gewinnen. Ohnehin sei der Wunsch nach Bewerbern, die bereits alle Kompetenzen und Erfahrungen mitbringen, unrealistisch. Vielmehr müssten Unternehmen neben aktuellen Fähigkeiten das Potenzial eines Bewerbers ausloten und durch Weiterbildungsmaßnahmen ausschöpfen. Laut Studie erwarten die Fachkräfte übrigens, dass letztere im Arbeitsalltag integriert und damit Teil ihres Jobs sind. 

Angesichts der brisanten Mischung aus angespannter Arbeitsmarktsituation und der Notwendigkeit, die digitale Transformation voranzutreiben, setzen 68% der CFOs zusätzlich auf Zeitarbeitskräfte und Interim Manager. Erfahrene, vor allem aber flexible Arbeitskräfte sind hier gefragt. 

Quelle: Robert Half. Die Gehaltsübersicht können Sie gegen kurze Registrierung kostenfrei hier anfordern.