ICV-Vorsitzender zur digitalen Transformation: „Controller müssen sich ein Stück weit neu erfinden“

41. Congress der Controller in München eröffnet / Siegfried Gänßlen zu den 580 Teilnehmern: „In Zeiten des Wandels und radikaler Umbrüche kann das Controlling beweisen, wo seine Stärken liegen“

 

In München beraten 590 Controlling-Experten aus Praxis, Wissenschaft und Lehre die Herausforderungen der digitalen Transformation an das Controlling. Die Begrüßungsansprache zur größten Controlling-Fachtagung Europas unter dem Titel „Planung & Steuerung im Zeitalter der digitalen Transformation – Veränderung. Impulse. Chancen.“ hielt der Vorsitzende des gastgebenden Internationalen Controller Vereins (ICV), Siegfried Gänßlen. Darin rief er die Controller auf, angesichts der digitalen Transformation ihre Rolle als Business Partner des Managements „ein Stück weit neu zu definieren“ und sich digitale Fähigkeiten und Kompetenzen anzueignen.

München, 25. April 2016– In München beraten 590 Controlling-Experten aus Praxis, Wissenschaft und Lehre die Herausforderungen der digitalen Transformation an das Controlling. Die Begrüßungsansprache zur größten Controlling-Fachtagung Europas unter dem Titel „Planung & Steuerung im Zeitalter der digitalen Transformation – Veränderung. Impulse. Chancen.“ hielt der Vorsitzende des gastgebenden Internationalen Controller Vereins (ICV), Siegfried Gänßlen. Darin rief er die Controller auf, angesichts der digitalen Transformation ihre Rolle als Business Partner des Managements „ein Stück weit neu zu definieren“ und sich digitale Fähigkeiten und Kompetenzen anzueignen.

Der 41. Congress der Controller (25./26. April, München) lenkt den Blick der Controlling-Community auf die gesamten Veränderungen und Auswirkungen, die sich aus der Digitalisierung für die Unternehmenssteuerung ergeben. In seiner Eröffnungsrede beschrieb der ICV-Vorsitzende, Siegfried Gänßlen, den „disruptiven Wandel“: Neue Player mit digitalem Know-how und innovativen Ideen schafften neue Serviceangebote. Als Herausforderer würden sie tief eingreifen in die Geschäftsmodelle, in die Produktentwicklung und in den Wettbewerb. Das sei ein „krasser Wechselfall des Wirtschaftslebens“. Die disruptiven Veränderungen verlangten adäquate Veränderungsprozesse. „Es geht nur zäh voran“, meinte der ICV-Vorsitzende, „viele Unternehmen tun sich mit dem ‚Change Management‘ schwer. Andere wiederum scheinen angesichts der dynamischen Evolution und der umwälzenden Auswirkungen abzuwarten.“

Sowohl hinter dem Aktionismus als auch dem abwartenden Zögern steckten ganz ähnliche Gründe: „An erster Stelle steht immer noch das Missverständnis, die digitale Transformation besitze ausschließlich eine Technologie-Dimension. Aus diesem Missverständnis resultiert, dass die Dringlichkeit des Wandels falsch eingeschätzt wird." Laut Studien fühlten sich in nur knapp einem Fünftel aller Unternehmen die Firmenchefs selbst für das Thema „Digitalisierung“ zuständig. "Der sogenannte 'digitale Fit' wird als technologische und organisatorische Herausforderung gesehen. Die Unternehmen verwenden viel Energie und Zeit darauf, Prozesse zu flexibilisieren und Netzwerkstrukturen im Unternehmen agil und smart zu gestalten. Es wird aber oft vergessen, dass die Veränderungen von der Unternehmensspitze ausgehen und vom Management mitgetragen werden müssen", erklärte Gänßlen. „Die Mitarbeiter müssen mitgenommen werden, denn sie sind die eigentlichen Macher der Veränderungsprozesse – ohne sie bleibt alles nur PowerPoint.“

„Beweisen, wo die Stärken des Controllings liegen“
„Gerade in Zeiten des Wandels und radikaler Umbrüche kann das Controlling beweisen, wo seine Stärken liegen“, erklärte der Vorsitzende des Internationalen Controller Vereins (ICV) und zählte vier Punkte auf: „Indem es Klarheit schafft mit Blick auf Risiken, Potentiale und Kosten, die mit der digitalen Transformation der eigenen Wertschöpfung und des eigenen Geschäfts verbunden sind; indem es auf dieser Basis das Management dabei unterstützt, eine starke, klar und mit Augenmaß formulierte Vision des Wandels zu entwerfen und diese Vision operationalisierbar zu machen; indem es für die systematische Einplanung messbarer Zwischenziele im Veränderungsprozess sorgt, um entweder die Transformation durch „erste Erfolgsmeldungen“ abzusichern oder bei ausbleibender Zielerreichung frühzeitig steuernd eingreifen zu können; indem es nachvollziehbare Argumente liefert, um schwierige unternehmerische Entscheidungen mit schmerzhaften Folgen plausibel zu machen.“

Gänßlen zeichnete ein scharfes Zukunftsbild: „Wir werden uns von manchen lieb gewordenen Kennzahlen verabschieden müssen, weil sie – wie die FAZ schrieb – im Zeichen der Digitalisierung der Wirtschaft verblassen und an Aussagekraft einbüßen. Andere, neue werden an ihre Stelle treten.“ „Bei aller Digitalisierung“ würden Controller aber eine kontinuierliche Weiterentwicklung ihrer klassischen Tool-Box benötigen, so Gänßlen. Immer mehr Echtzeitdaten, deren schnelle Verarbeitung und die nahezu uneingeschränkte Verfügbarkeit über mobile Endgeräte machten erforderlich, dass Controller ihre Rolle als Business Partner des Managements „ein Stück weit neu definieren“. „Dazu müssen wir uns digitale Kompetenzen und Fertigkeiten aneignen. Wir lernen, zusätzliche Instrumente wie etwa Advanced- oder Predictive-Analytics-Tools einzusetzen oder aus den Unmengen an Big Data für die Steuerung verwert-bare ‚Smart Data‘ zu generieren.“

41. Congress der Controller, 25./26. April, München: Infos auf der ICV-Website www.icv-controlling.com -> Veranstaltungen; im Live-Blog blog.icv-controlling.com -> 41. Congress der Controller 2016; Twitter: #CCongress16


Der Internationale Controller Verein eV (ICV) hat in D, A, CH sowie in zwölf weite-ren Ländern Europas rund 6.500 im praktischen Controlling tätige Mitglieder. Das Leitziel der ICV-Controlling-Philosophie ist ökonomisch nachhaltiger Erfolg. Mit sei-nem Ehrenvorsitzenden Dr. Dr. h.c. Albrecht Deyhle hat der 1975 gegründete Verein das Controlling im deutschen Sprachraum geprägt und Standards gesetzt. Der ICV führt Controller, CFOs, Manager und Wissenschaftler zusammen und orientiert sich strikt am Nutzen seiner Mitglieder. Im Zentrum stehen Erfahrungsaustausch, Kommunikation sowie die Fokussierung auf zukunftsorientierte Trends. Der Verein verbindet Erfahrung aus der Praxis und neueste Forschungsergebnisse, bereitet dieses Wissen für die praktische Umsetzung auf. Der ICV leistet damit einen Beitrag zum persönlichen Erfolg seiner Mitglieder und zur nachhaltigen Wertsteigerung von Un-ternehmen. ICV-Vorsitzender ist Siegfried Gänßlen, Stuttgart, stellv. ICV-Vorsitzender ist Prof. Dr. Heimo Losbichler, FH Steyr.

Für weitere Informationen:
•    H.-P. Sander, Presse ICV, EASTWESTCOM, Ammersee Denkerhaus - Coworking Space. Sonnenstr. 1, D-86911 Diessen am Ammersee, Tel. +49-(0)8807-94 90 94, presse@icv-controlling.com
•    ICV, Geschäftsstelle, Münchner Str. 8, D-82237 Wörthsee, Tel. +49-(0)8153-88 974-20
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