Digitaler Wandel im Controlling: Gesamtschau

Der digitale Wandel ist kein zeitlich begrenztes und begrenzbares Phänomen, sondern eine unaufhaltsame Entwicklung in allen Lebens-, Arbeits- und Wirtschaftsbereichen - auch im Controlling. Der Internationale Controller Verein bietet seinen Lesern an dieser Stelle eine jeweils aktualisierte Gesamtschau zum Status Quo der Entwicklung, aber auch eine Vorausschau. Wir lassen Experten zu Wort kommen und blicken dabei auch über den Tellerrand hinaus. 

Haben Sie Fragen, Anregungen, interessante controlling-relevante Beiträge, die wir an dieser Stelle veröffentlichen können? Wir freuen uns auf Ihre Rückmeldung an web{bei}icv-controlling.com


Die Digitalisierung und ihre Folgen für die Aus-, Fort- und Weiterbildung im Controlling

Ein Interview mit den Vorstandsmitgliedern der CA controller akademie, Dorothee Deyhle und Prof. Dr. Klaus Eiselmayer, sowie Prof. Dr. Ronald Gleich, Leiter der Horváth Akademie

Die Digitalisierung greift bereits in allen Lebens- und Arbeitsbereichen, auch für das Controlling bedeutet sie Änderungen und Umdenken. Nicht nur die Controller selbst sind davon betroffen, auch die Anbieter von Aus-, Fort- und Weiterbildungen in diesem Bereich. Wir haben uns mit Dorothee Deyhle und Dr. Klaus Eiselmayer, Vorstandsmitglieder der CA controller akademie,  sowie Prof. Dr. Ronald Gleich, Leiter der Horváth Akademie, darüber unterhalten, wie sie mit den neuen Anforderungen umgehen und wie sie den Wandel in der täglichen Praxis der Akademie erleben.  

Was bedeutet die Digitalisierung für Sie?

Dr. Klaus Eiselmayer: In erster Linie, unsere Kunden zu sensibilisieren und mit passenden Angeboten auf das Thema Digitalisierung vorzubereiten, was für viele bedeutet, auf einen Zug aufspringen zu müssen, der bereits losgefahren ist, weshalb man nicht auf den Gleisen liegen bleiben sollte - wenn Sie mir diesen drastischen Vergleich erlauben. Genau aus dem Grund fließt das Thema Digitalisierung bereits seit geraumer Zeit in unsere Ausbildungsprogramme mit ein.

Dorothee Deyhle: Als Aus- und Weiterbildungsinstitut ist es uns auch ganz wichtig, unseren Teilnehmern Mut zu machen. Wir wollen sie dabei unterstützen, sich mit dem richtigen Know-how gut aufzustellen für die kommenden Herausforderungen. Wir möchten unsere Teilnehmer ermuntern, die digitale Transformation als Chance wahrzunehmen, sich mit neuen Kompetenzen erfolgreich zu verändern. Wir geben Hilfestellung, die neuen Möglichkeiten, die durch die Veränderung entstehen, zu nutzen und in neue spannende Aufgaben hineinzuwachsen. 

Für uns als Unternehmen ist die Digitalisierung natürlich ein wichtiges Thema. Das bedeutet eben auch, dass wir an unserer eigenen Innovationskultur arbeiten und unsere Geschäftsmodelle immer wieder auf den Prüfstand stellen. 

Innerhalb unserer Trainingsformate bieten wir heute unseren Kunden eine Reihe an digitalen Lern-Möglichkeiten an.

Eiselmayer: Unter dem Namen „CA on Air“ führen wir zahlreiche Videotrainings, Live-Webinare oder mit Managementberichten ein begleitetes Online-Training durch. Unser Seminar „Stufe I – Controllers Best Practice“ gibt es auch im Format Blended Learning. Dabei kann man den Lehrstoff von 5 Tagen so absolvieren, dass man das Trainingsmaterial von zwei Tagen auf unserer Lernumgebung online bei freier Zeiteinteilung und ortsungebunden bearbeitet. Selbsttests und Trainersprechstunden unterstützen dabei das Lernen. Im Anschluss folgt ein 3-tägiges Präsenzseminar, in dem die praktische Anwendung der Inhalte vertieft wird und die Aspekte Präsentation, Gruppenleistung und Moderation behandelt und trainiert werden.

Gleich: Es gibt zwei Facetten:  Die Digitalisierung von Prozessen und die Digitalisierung der Dinge, Stichwort Internet of Things, IoT.  Wir als Horváth-Akademie wollen und müssen natürlich alles, was Digitalisierungs-Aspekte umfasst, integrieren. Das betrifft die Inhalte unserer Angebote für die Controller. Wir bieten deshalb etwa Seminare wie „Digitalisierung & Industrie 4.0 im Controlling“ an.  

Natürlich ändert sich auch vieles innerhalb der bestehenden klassischen Aufgaben, beispielsweise im Forecasting. Die bislang noch manuellen oder teilmanuellen Prozesse für die Erstellung werden zunehmend automatisiert. Das betrifft insbesondere auch das Reporting. Wo früher noch aufwändige Arbeiten notwendig waren, werden heute auf der Grundlage der generierten Daten völlig automatisch Statistiken und Grafiken erstellt. Genau genommen gibt es inzwischen innerhalb eines Unternehmens keinen Prozess mehr, der ohne einen digitalen Impuls auskommt.   

 Aber auch als Anbieter sind wir von der Digitalisierung betroffen. So ist es inzwischen selbstverständlich, dass wir auch „blended learning“ anbieten – eine Kombination aus Präsenzunterricht und –training mit eLearning.

Was bedeutet die Digitalisierung für die Inhalte des Controllings? Wie geht man als Anbieter von Aus- und Weiterbildungen damit in der Praxis um?

Eiselmayer: Ihre Frage bewegt viele unserer Teilnehmer, daher haben wir 2016 eine Seminartour („Controlling unterwegs“) zum Thema Digitalisierung gestartet: „Controlling-Excellence im Zeitalter der Digitalisierung“ führte im vergangenen Herbst wiederholt in 14 Städte, um das Thema vor Ort bei verantwortlichen Controllern und Managern zu platzieren.

Deyhle: Die Digitalisierung erfordert allen voran bessere Kenntnisse im Bereich IT, Internet, Analytics, Programmierung, Statistik, etc. Kompetenzausbau in diesen Bereichen halten wir für extrem wichtig. Daher wächst unsere Themenwelt „Information Management“ stetig in ihrer Vielfalt. Darin geht es um die Facetten der Digitalisierung: um Datengewinnung, Business Intelligence und Big Data sowie um Datenanalyse, Predictive und Advanced Analytics oder auch um Management Information Design wie z.B. die Gestaltung von Dashboards. Hier haben unsere Teilnehmer die Möglichkeit, eine Ausbildung mit ganz unterschiedlichen Qualifikationsschwerpunkten zum Certified Information Manager CA zu machen.

Um die digitale Transformation erfolgreich zu bewältigen, müssen bestehende Geschäftsmodelle in punkto Zukunftsfähigkeit regelmäßig überprüft und agile Arbeitsmethoden und Innovation gefördert werden. Dazu haben wir u.a. Spezialseminare wie Effectuation, Lean Management oder Agiles Projektmanagement im Programm. Und zu den Themen Geschäftsmodellentwicklung und Innovation wird es 2018 erstmalig eine Fachtagung geben.

Als Anbieter von Aus- und Weiterbildungen sind wir ständig gefordert, unser Angebotsportfolio anzupassen im Hinblick auf die aktuellen Entwicklungen, aber auch im permanenten Austausch mit unseren Kunden zu deren aktuellen und künftigen Bedürfnissen. Um Fach- und Führungskräften relevantes Wissen zu vermitteln und Unternehmen gut zu beraten, müssen wir am „Puls der Zeit“ stehen und die Entwicklung in der Unternehmenssteuerung mit vorantreiben. Das bedeutet aber auch, gut vernetzt zu sein und im kontinuierlichen Erfahrungsaustausch zu stehen mit anderen Organisationen, Universitäten, der International Group of Controlling IGC und besonders mit unserem Partner, dem Internationalen Controller Verein ICV.

Gleich: Manche Prozesse werden sich weiter stark ändern. Das müssen wir als Anbieter natürlich abbilden, indem wir auch mit digitalen Modellen und entsprechender Software arbeiten. Darüber hinaus sichern wir uns qualifizierte wissenschaftliche Unterstützung in Person von Prof. Dr. Andreas Seufert, Hochschule Ludwigshafen. Die Tendenz der Entwicklung generell, aber auch im Controlling ist klar: Weniger Mensch, mehr Maschine. Das gilt aber nicht für die Bereiche Strategie und Innovation! Hier ist der Mensch weiterhin unersetzlich. 

Welche neuen Kenntnisse/Fähigkeiten/Fertigkeiten muss ein Controller mitbringen oder erwerben?

Eiselmayer: Controller haben teils sehr unterschiedliche Lebensläufe. Viele haben Betriebswirtschaft, Wirtschaftsinformatik oder Wirtschaftsingenieurwesens studiert. Je nach Inhalt des Studiengangs und der erworbenen Praxiserfahrungen sind Accounting, moderne Controlling Anwendungen, Information Management, Unternehmensführung und/oder soziale Kompetenzen zu erweitern/zu ergänzen. Dafür haben wir bei der CA controller akademie entsprechend fünf eigene Themenwelten eingerichtet.

Einige Controller sind bereits Praktiker, die aus der Produktion, dem Vertrieb, der Forschung und Entwicklung oder der Bankausbildung kommen und sich einer neuen Herausforderung stellen wollen. Hier ist der Bedarf an grundlegenden Controlling-Konzepten und ihrer praktischen Anwendung etwas anders gelagert.

Deyhle: Controlling ist nach wie vor ein Prozess, der die Zusammenarbeit von Menschen erfordert. Neue technische Möglichkeiten und die Automatisierung von Standardaufgaben verschaffen Controllern Freiräume und so die Möglichkeit zur Weiterentwicklung. Wichtig wird sein, diese zu nutzen und die Kompetenzen dahingehend auszubauen. Also ein Business-Partner 4.0 zu werden, der nicht ausschließlich Controller, sondern eben auch Accountant, IT Pro, Analyst, Moderator und Coach, aber auch strategischer Berater, Change Agent und Innovator sein kann.

Gleich: Der Controller wird immer mehr zum „Business Analyst“ und zum „Data Scientist“ mit den entsprechenden fachlichen Anforderungen. Er muss sich stetig weiterbilden, beispielsweise in den Bereichen Statistikmethoden, bei Regressionsanalysen und Varianzanalysen. Man muss Methoden kennen und anwenden können. Dazu ist es natürlich wichtig, sich immer wieder aufs Neue damit auseinanderzusetzen und sie zu erproben, denn die Entwicklung geht immer weiter. Grundsätzlich wird vom Controller immer mehr Marktkenntnis erwartet werden, damit er sich zum Business Partner des Managements auf Augenhöhe qualifizieren kann und als solcher auch anerkannt wird. 

Gibt es Aus-und Weiterbildungsinhalte, die durch die Digitalisierung überholt sind?

Eiselmayer: Hier würde ich mit einem klaren „Jein“ antworten. In meiner Beratungspraxis treffe ich auf Organisationen, die sich, bezogen auf einen Controlling-Lebenszyklus, im Stadium „ausgereift“ oder aber noch am Anfang befinden. Im Bereich Non-Governmental-Organizations (NGOs), bei Forschungseinrichtungen oder Ausgliederungen aus dem „Staatsbetrieb“ habe ich für einige Organisationen / Unternehmen gearbeitet, die Controlling erst einführen. Dort sind Themen gefragt, die andere bereits als selbstverständlich abgehakt haben.

Im Rahmen der Digitalisierung wird das manuelle Erstellen von Standardberichten entfallen. Einige Unternehmen haben das erfolgreich umgesetzt und nennen bereits einen „Digital Boardroom“ ihr Eigen. In sehr vielen Unternehmen werden Berichte jedoch heute noch (mühsam) mit Excel erstellt.

Derzeit stellt es sich so dar, dass einige Aus-und Weiterbildungsinhalte an Wichtigkeit verloren haben, was ich eher als Wandel der Zeit verbuche. Die größeren Veränderungen aufgrund der Digitalisierung stehen uns noch bevor.

Gleich: Es sind weniger die Inhalte als eher die Instrumente, die sich weiterentwickelt haben. Das Basiswissen ist weiterhin gefragt, sicherlich erweitert durch einige neue Themen. Tools wie etwa Excel-Programme für Planung und Reporting verlieren aber sicher immer weiter an Relevanz. 

Gibt es aus Ihrer Sicht einen Zeitpunkt oder ein Ereignis, der/das einen Einschnitt/ein Kick-off für die Digitalisierung im Controlling darstellt? Oder ist die Entwicklung für die Controller eine stetige?

Eiselmayer: Das ist eine spannende Frage. Seit ich bei der CA Akademie als Trainer tätig bin, das sind jetzt 22 Jahre, bearbeiten wir mit Seminarteilnehmern das Thema „Szenario zukünftiger Controller-Arbeit“. Vieles, was dort in all den Jahren „vorhergesagt / gewünscht“ wurde, wird nun Wirklichkeit. Insofern ist die Entwicklung eine stetige, der Wandel wird demnächst aber abrupt ablaufen, da extrem viele Organisationen zeitgleich neue, weit leistungsfähigere Werkzeuge an die Hand bekommen.

Gleich: Die Entwicklung ist eine evolutionäre. Wenn wir etwa an das Internet der Dinge (IoT) denken – da eröffnen sich zunehmend Technologien und Möglichkeiten, die wir heute noch gar nicht kennen oder nutzen. Unabhängig davon wird der Controller immer dahingehend gefordert sein, aus Daten intelligente Informationen zu generieren, unabhängig von den technologischen Möglichkeiten.  

Wo stehen Controller/Controlling in zehn Jahren im Vergleich zu heute?

Eiselmayer: In zehn Jahren werden die besprochenen Themen auf breiter Fläche umgesetzt sein. Routinetätigkeiten fallen weg, Berichte kommen automatisiert. Monatsberichte wird es noch geben, der Fokus wird aber auf der Analyse von Echtzeitdaten und Vorhersagen liegen. Ein Baustein dafür ist Industrie 4.0 und die zunehmende Vernetzung aller Marktteilnehmer.

Deyhle: Hier stellt sich für mich auch die generelle Frage: Wo stehen dann Mensch und Maschine? Welche Potenziale, Chancen oder Risiken sind entstanden durch technologische Entwicklungen und durch extrem leistungsstarke und sehr schnell lernfähige Maschinenintelligenzen? In jedem Fall werden sie unsere beruflichen Anforderungen, aber auch uns Menschen sowie unsere Gesellschaft verändert haben. Unsere VUKA-Welt dreht sich rasend schnell und macht Vorhersagen für die Zukunft immer schwerer.

Gleich: Controlling wird automatisiert vonstatten gehen, speziell bei repetitiven Abläufen. Wir werden mehr und mehr mit künstlicher Intelligenz arbeiten. Die schiere Anzahl an Controllern, wie wir sie heute kennen, wird zurückgehen. Sie werden zukünftig für Standardaufgaben und -prozesse nicht mehr in dem Umfang benötigt werden, wie es heute noch der Fall ist. Die neuen Aufgaben bringen neue Anforderungen mit sich, etwa im Bereich Kreativität. Ist ein Controller bereit, sich hier verstärkt einzubringen, sind die Aussichten gut, die Stellung zu halten. Für alle anderen wird es sicher zunehmend schwierig. 

Was geben Sie dem Nachwuchs im Controlling mit auf den Weg?

Eiselmayer: Ich wünsche mir Neugierde und Interesse für neue Geschäftsmodelle, neue Werkzeuge und visionäre Ideen. Uns stehen gewaltige Aufgaben bevor, wenn wir sie annehmen: Umweltverschmutzung, Klimawandel, regenerative Energien, Mobilitätskonzepte, Mega-Cities, Bekämpfung von Hunger und Armut, Zugang zu Bildung für alle Menschen, etc.

Deyhle: Bei allen künftigen Anforderungen und Veränderungen werden Innovationskraft und Kreativität, soziale Kompetenzen, emotionale Intelligenz und Ethik noch wichtiger als bisher. Wir sollten flexibel und offen bleiben und bereit sein, lebenslang Neues zu lernen.

Eiselmayer: Wenn künstliche Intelligenz und Roboter uns künftig Arbeiten abnehmen, warten immer schon die nächsten Herausforderungen darauf, angegangen zu werden...

Gleich: Beschäftigt euch frühzeitig mit BI, Data Management und statistischen Methoden. Auch eine entsprechende Spezialisierung bei der Bachelor- oder Masterausbildung kann hilfreich sein. Die Universität Ulm beispielsweise bietet einen Studiengang Master of Science in Business Analytics an. Ansonsten empfehle ich, sich Zusatzskills zu holen bei der Horváth Akademie, bei Haufe oder der Controller Akademie. Dazu gehört auch, dass Controller die Scheu vor „distance learning“ verlieren– es braucht nicht immer ein aufwändiges externes Seminar, im Gegenteil: „blended learning“ gehört die Zukunft. Hier gilt es für den einzelnen Controller, Offenheit zu zeigen und flexibel zu sein. Oder man nutzt hausinterne Seminare, die wir von der Horváth Akademie anbieten, damit sich nicht nur ein Einzelner im Unternehmen entsprechendes Wissen und Können aneignet, sondern ganze Bereiche qualifiziert sind. 


Dorothee Deyhle

  • Dipl. Kommunikationsdesignerin
  • 1993 bis 2013 Geschäftsführende Gesellschafterin deyhledesign Werbeagentur GmbH
  • Seit 2013 Geschäftsführende Gesellschafterin deyhle & löwe Werbeagentur GmbH
  • Seit 2016 Vorstandsmitglied und verantwortlich für Markenführung und Sales CA Akademie AG

Dr. Klaus Eiselmayer

Prof. Dr. Ronald Michael Gleich

PROFESSIONAL EXPERIENCE
Academic experience

  • Seit 03/2018 Forschungs- & Weiterbildungsprojekte, Mazedonien
  • Seit 12/17 Stellvertretender Vorsitzender des Senats, EBS Universität, Deutschland
  • Seit 06/17 Forschungs- & Weiterbildungsprojekte, Kroatien
  • Seit 07/09 Head of Department EBS Operations, EBS Universität, Deutschland
  • Seit 11/07 Director, Strascheg Institute for Innovation, Transformation & Entrepreneurship, EBS Universität, Deutschland
  • Seit 09/03 Lehrstuhlinhaber für Industrielles Management, EBS Universität, Deutschland
  • 01/00 Lehrstuhlvertretung, University of Hohenheim, Deutschland
  • 01/96 - 12/98 Habilitant, Universität Stuttgart, Deutschland
  • 01/91 - 12/95 Wissenschaftlicher Mitarbeiter, Universität Stuttgart, Deutschland

Professional experience

  • Seit 01/17 Leiter Ideenwerkstatt, Internationaler Controller Verein
  • Seit 10/14 Mitglied im Kuratorium, Hochschule der Sparkassen Finanzgruppe, Deutschland
  • Seit 07/13 Vorstandsmitglied, IGC - International Group of Controlling
  • Seit 01/13 Geschäftsführender Gesellschafter der Horváth Akademie, Horváth & Partners
  • Seit 10/11 Mitglied des Aufsichtsrats, Wittenstein AG
  • 07/11 - 12/12 Beiratsvorsitzender, SGP Management Consultants GmbH
  • Seit 10/10 Gründer und Managing Director, C&MEA -Controlling & Management Excellence Academy GmbH
  • 02/10 - 12/15 Moderator und Mitglied des Innovationskreises, Sparkassen Finanzgruppe
  • Seit 02/10 Mitglied des Beirats, Gebr. Becker GmbH
  • 01/06 - 12/12 Geschäftsführer, EBS Executive Education GmbH, Deutschland
  • 07/05 - 08/07 Wissenschaftlicher Beirat, TMG Consultants GmbH
  • 04/04 - 12/05 Kaufm. Geschäftsführer, European Business School gGmbH
  • 01/02 - 07/05 Partner der Unternehmensberatung Horváth & Partners, Horváth & Partners
  • 01/00 - 12/03 Leiter des Horváth & Partners Büro Stuttgart, Horváth & Partners
  • 01/99 - 12/01 Leiter des Horváth & Partners Competence Center "Controllingsysteme", Horváth & Partners
  • 07/87 - 08/87 Praktikum, Bank of Israel, Israel

Education

  • 2000 Habilitation, BWL, Andere, Universität Stuttgart, Deutschland
  • 1995 Dr. rer. pol., BWL, Accounting, Universität Stuttgart, Deutschland
  • 1990 Dipl.-Kfm., BWL, Andere, Universität Stuttgart, Deutschland

Digitaler Wandel im Controlling: Die Studie Schweiz

Veranstalter und Referenten im Interview

Prof. Dr. Ulrich Egle (Hochschule Luzern), Sandra Lahmann (EY Switzerland) und Stefan Küppers (Dosenbach-Ochsner) berichten im Nachgang zur Controlling Konferenz im Video von ihren Eindrücken und Einschätzungen. Im Fokus: Das Controlling/der Controller der Zukunft.

Sehen Sie im Filmbeitrag Aussagen zu folgenden Themen:

  • Die Motivation für die Controlling Konferenz mit Schwerpunkt "Digitaler Wandel im Controlling"
  • Wie sollte sich ein BWL-Student ausbilden, um fit für das Controlling zu sein?
  • Wie verändert die Digitalisierung das Berufsbild des Controllers?
  • Wie können Unternehmen das Controlling für die Zukunft fit machen?

Bei der lange vor dem Start ausverkauften Controller Tagung der Schweizer Arbeitskreise Ende September 2017 mit dem Schwerpunktthema «Digitaler Wandel im Controlling», die der ICV erstmals in Kooperation mit dem Institut für Finanzdienstleistungen Zug IFZ der Hochschule Luzern durchgeführt hat, wurde die IFZ-Studie «Digitaler Wandel im Controlling» vorgestellt. Sie untersucht den aktuellen Stand der Digitalisierung im Controlling Schweizer Unternehmen. Die Ergebnisse und Schlussfolgerungen sind für die gesamte Controlling-Community interessant. 

«Die Digitalisierung im Controlling ist ausbaufähig»

Die Hochschule Luzern hat den Einfluss der Digitalisierung auf das Controlling in Schweizer Unternehmen untersucht. Insgesamt schätzen in einer Umfrage ca. 40 Prozent der Unternehmen den Digitalisierungsgrad ihres Controllings als mittelmäßig ein. Dabei könnten mit der Standardisierung und Automatisierung der Controllingprozesse die Qualität, die Geschwindigkeit und die Effizienz gesteigert werden.

Das Institut für Finanzdienstleistungen Zug IFZ der Hochschule Luzern hat in einer Umfrage 223 Schweizer Unternehmen nach dem Digitalisierungsgrad ihrer Controllingabteilungen befragt. Die Ergebnisse haben die Forschenden in der Studie «Digitaler Wandel im Controlling» zusammengefasst. Die Studie zeigt einerseits das große Potential zur Steigerung der operativen Effizienz und Effektivität im Controlling, andererseits die Unsicherheit, die hinsichtlich digitaler Technologien in vielen Unternehmen noch besteht.

Potential von Big Data wird nicht ausgeschöpft

Die prägendste Dimension der Digitalisierung im Controlling sind die digitalen Technologien. Von den Unternehmen werden Big Data, Cloud-Technologien sowie künstliche Intelligenz als die einflussreichsten digitalen Technologien für das Controlling angesehen. Sie bestimmen die Rahmenbedingungen und Möglichkeiten, auf denen die Anwendungen im Controlling aufbauen. Obwohl die teilnehmenden Unternehmen das Potential von Big Data Analytics erkennen, werden die Auswertungsmöglichkeiten nur von wenigen genutzt. Insgesamt schätzen 40 Prozent der befragten Unternehmen den Digitalisierungsgrad ihres Controllings als mittelmässig ein. Dabei ist die Digitalisierung je nach Unternehmensgrösse sehr unterschiedlich ausgeprägt: Während grosse Unternehmen sich hinsichtlich ihres Digitalisierungsgrads im Controlling zu 37 Prozent eher hoch bis sehr hoch einschätzen, sind es bei den kleinen Unternehmen nur gerade 14 Prozent.

Die Gründe dafür sind vielschichtig. Gerade in grösseren Unternehmen stehen oft Budgets zu Verfügung, um das Controlling zukunftsfähiger zu machen. Die kleinen und mittleren Unternehmen warten oft ab, weil ihnen nicht immer die notwendigen Ressourcen zur Verfügung stehen. Dies ist allerdings nicht erfolgsfördernd: Digitale Anwendungen wie Big Data Analytics dienen der Sammlung, der Analyse und der Visualisierung von Daten. Sie ermöglichen vertiefte Auswertungen und eine mehrdimensionale Darstellung der Kosten- und Erlössituation, um Wettbewerbsvorteile zu generieren.Data Scientist im Controlling noch nicht angekommen

Die Studie zeigt, dass ein systematisch-methodisches Vorgehen die geforderte Hauptkompetenz eines Controllers im digitalen Wandel ist. Wurde ein Controller in den 90er Jahren vorwiegend als Zahlenlieferant gesehen, rückt er gemäß der Studie näher ans Management und steht ihm als Business Partner zu Seite. Er übernimmt Aufgaben des sogenannten Data Scientists, d. h. eines Spezialisten, der sich auf die Analyse von Big Data zur Verbesserung von Entscheidungen im Unternehmen konzentriert. Die Ergebnisse zeigen, dass die Eigenschaften des Data Scientists (z. B. Statistik- und Programmierkenntnisse) bisher nur vereinzelt gefordert werden. Um effektiv und effizient arbeiten zu können, wird das Controlling in Zukunft nicht darum herumkommen, sich diese Kompetenzen anzueignen um digitale Auswertungsmöglichkeiten, wie z. B. jene von Big Data Analytics, ausschöpfen zu können.

Controllingaufgaben nehmen zu

Wie in allen Unternehmensbereichen werden auch im Controlling die Prozesse durch die Digitalisierung beeinflusst. Mit der Standardisierung und Automatisierung der Controllingprozesse sollen die Qualität, die Geschwindigkeit und die Effizienz gesteigert werden. Während die Anzahl der Mitarbeitenden im Controlling innerhalb der nächsten 3 bis 5 Jahre weitgehend gleich bleiben wird, steigt gemäß den Befragungsergebnissen der Aufgabenumfang an. Durch eine effiziente Organisation muss der erwartete Mehraufwand im Controlling abgefangen werden. Vielfach wird nach Möglichkeiten gesucht, die wiederkehrenden Tätigkeiten zu industrialisieren. In einem ersten Schritt werden dabei möglichst viele Tätigkeiten automatisiert. Ist dies nicht möglich, wird in einem zweiten Schritt nach anderen Optimierungsmöglichkeiten gesucht. Einfache oder repetitive Tätigkeiten können beispielsweise in Controlling-Factories gebündelt werden.