Green Controlling Preis

Die Péter Horváth-Stiftung vergibt in Kooperation mit der Ideenwerkstatt im ICV jedes Jahr den mit € 10.000 dotierten Green Controlling Preis. Der Preis soll die Auseinandersetzung des Controllings mit der "grünen Herausforderung" in den Unternehmen fördern. Ausgezeichnet wird der Controller bzw. das Controllerteam, welches im jeweiligen Jahr die  innovativste und effektivste „grüne" Controllinglösung zur Gestaltung und Steuerung von ökologischen Strategien, Programmen, Projekten und Maßnahmen in Unternehmen und öffentlichen Einrichtungen umgesetzt hat.

 
Preisträger 2016: Robert Bosch GmbH und DATEV eG

Unter dem Titel „Entwicklung eines Systems für strategisches und operatives Umweltcontrolling“ hatte die Robert Bosch GmbH ein integriertes Gesamtsteuerungssystem entwickelt und eingeführt, das in allen Geschäftsprozessen (von der Unternehmensentwicklung über die Steuerung und Unterstützung bis hin zur Wertschöpfung) verankert wurde. Dabei stellt das Controlling strategisch wie operativ sicher, dass Ökonomie und Ökologie in eine Balance gebracht werden. Die Bosch-Lösung veranschaulicht dabei, wie das Thema Ökologie alle Funktionen und alle Hierarchieebenen des Konzerns weltweit umspannt und von allen Mitarbeitern gelebt wird. Insbesondere die aktive Rolle des Controllers als „grüner“ Business Partner wird dabei deutlich. Dabei leistet der Controller sowohl bei der Entwicklung als auch der Umsetzung von Nachhaltigkeitszielen einen wichtigen Beitrag.

Als mittelständisches Genossenschaftsunternehmen hat DATEV die nachhaltige Geschäftsentwicklung fest in den Unternehmenszielen verankert. Ausgezeichnet wurde das Konzept „Nachhaltigkeitscheck – Führungsinstrument zur Verankerung von Nachhaltigkeit in der Unternehmenssteuerung“. Auch bei der DATEV ist der integrative Ansatz beispielgebend und als Best Practice anzusehen. Das Thema Nachhaltigkeit ist sowohl in die Organisationsstruktur, als auch in die Geschäftsprozesse umfassend eingebunden. Das Controlling bildet die Nachhaltigkeit in seinen Zahlen ab. Die operative Umsetzung und Steuerung erfolgt über ein fest definiertes Set an Kennzahlen. Alle Entscheidungen des Vorstandes sind auch unter Nachhaltigkeitsaspekten zu evaluieren. Bei DATEV steht dabei neben den fast als klassisch zu bezeichnenden Umweltberichten insbesondere die soziale Komponente im Fokus.

 

Preisträger 2015: Deutsche Telekom AG, VAUDE Sport GmbH & Co. KG und Voith GmbH

Bei der Deutschen Telekom wurde im Sinne eines „grünen“ Controllings ein Management-Regelkreis aufgebaut, in dem Maßnahmen geschärft und neu priorisiert bzw. neu definiert werden. Das SAP-System wurde bereits in 2011 zur Erfassung von ESG-Daten („Environment, Social, Governance“) erweitert. Der ESG-Datenprozess wurde prozessual an den Finanzdatenprozess angedockt. Damit wurde – über das Monitoring des Klimaschutz-Ziels hinaus – die Voraussetzung zur Integration von ESG-KPIs in den Geschäftsbericht geschaffen.

Bei VAUDE ist Green-Controlling komplett im Unternehmenssteuerungsprozess integriert: Auf allen Ebenen und nicht als separates System. Betrieben von einem interdisziplinären CSR-Team und Fachbereichs-Controllern unterstützt es den Dreiklang von Ökonomie, Ökologie und Sozialem. Das Green Controlling wird hier als kontinuierlicher Verbesserungsprozess genutzt. Die Stabsstellen Controlling und Unternehmensentwicklung haben zusammen mit der Geschäftsleitung das Ziel-System – inklusive der Nachhaltigkeitskennzahlen – konzipiert und umgesetzt.

Die Green-Controlling-Lösung von Voith zeichnet eine durchgängige Verbindung eines Top-down- mit einem Bottom-up-Ansatz aus: Im Top-down werden durch standortübergreifende Analysen, Vergleiche mit anderen Unternehmen und Best Practices übergeordnete Konzernziele definiert. Der Bottom-up-Ansatz greift durch standortindividuelle Analysen potenzialgerechte Maßnahmen zur Erreichung der grünen Konzernziele auf. Der etablierte Controlling-Zyklus wurde aus dem klassischen Finanz-Controlling auf das Green-Controlling übertragen.

 

Preisträger 2014: STABILO International GmbH & Takata AG

Nach der Doppelauszeichnung 2013 vergab die Jury den Green Controlling Preis 2014 der Péter Horváth-Stiftung wieder an zwei Unternehmen. Im Rahmen der 12. Controlling Competence Stuttgart (CCS) wurde die Auszeichnung der STABILO International GmbH sowie der Takata AG zuteil.

Mit ihrem Projekt „Controlling als Business Partner der nachhaltigen Unternehmensführung". definierte die STABILO International GmbH bereits im Jahr 2009 konkrete Nachhaltigkeitsziele. Dem Controlling oblag die Integration der Anforderungen, die sich aus diesen Nachhaltigkeitszielen ergaben.

Das entwickelte Lösungskonzept überzeugte die Jury durch mehrere innovative Aspekte. So wurde die Identifikation der Mitarbeiter mit dem Thema Nachhaltigkeit durch grüne Controllinglösung in Verbindung mit der Nachhaltigkeitsstrategie sowie der Ableitung von Zielen und Maßnahmen gefördert. Die Erfolge des Nachhaltigkeitsprogramms wurden durch die Green-Controlling-Lösung sichtbar gemacht.

Weiterer Preisträger ist die Takata AG. Hier lief die grüne Controllinglösung unter dem Motto „maximize innovation to minimize environmental impact". Das Green-Controlling wurde hier bewusst in die bestehende Controlling-Abteilung integriert. Die Rolle des Takata-Controllings lässt sich als Innovator und Treiber sowie als „Vernetzer" der Organisationseinheiten beschreiben. Die Green-Controlling Lösung nutzt dabei vorhandene Ressourcen und Infrastruktur.

Hierbei stehen ökologische und ökonomische Erfolge zu Buche: So wurden signifikante 19% Energiekosten eingespart. Bemerkenswert, dass diese Einsparungen bei einem Wachstum des Produktionsvolumen um 10% realisiert wurden.

 

Preisträger 2013: Flughafen Stuttgart GmbH & Volkswagen AG

Der Green Controlling Preis 2013 der Péter Horváth-Stiftung ging zum ersten Mal an zwei Unternehmen: Die Flughafen Stuttgart GmbH mit ihrem Konzept „fairport Controlling" und die Volkswagen AG mit ihrem Konzept „Think Blue. Factory" teilten sich die mit 10.000 Euro dotierte Auszeichnung. Stiftungsgründer Prof. Dr. Dr. h.c. mult. Péter Horváth übernahm persönlich die Preisverleihung am 28. November 2013 im Rahmen der 11. Controlling Competence Stuttgart.

Neben der ganzheitlichen Betrachtung der Controlling-Lösungen durch die Integration in die Unternehmensstrategien sowie der Definition klarer KPIs überzeugten die prämierten Konzepte insbesondere durch ihre zukunftsorientierte Pflege und Weiterentwicklung unter Einbezug aller Mitarbeiter der Unternehmen, wie Jury-Vorsitzender Professor Horváth erläuterte.

Den Blick in die Zukunft richtete auch Professor Georg Fundel (Geschäftsführer Stuttgart Flughafen GmbH), als er die Auszeichnung entgegennahm: „Diese Anerkennung unserer nachhaltigen Unternehmensentwicklung durch die Péter Horváth-Stiftung und den Internationalen Controller Verein zeigt, dass wir hier auf dem richtigen Weg sind. Das ‚fairport Controlling' trägt entscheidend dazu bei, unser Ziel zu erreichen, dauerhaft einer der leistungsstärksten und nachhaltigsten Flughäfen in Europa zu werden."

Auch die Volkswagen AG visiert mit der „Think Blue. Factory"-Strategie hohe Ziele an, wie Christoph Nieschwietz und Benjamin Boehnke (Konzernforschung Umwelt Produktion Volkswagen AG) in ihrer Präsentation im Anschluss an die Preisverleihung darstellten: Das Projekt habe das Ziel, bis 2018 eine Verringerung der Umweltbelastungen in der Produktion der Marke Volkswagen um 25 Prozent je Fahrzeug zu erreichen.

 

Preisträger 2012: Hansgrohe SE

Die Hansgrohe SE gewinnt den Green Controlling Preis 2012 der Péter Horváth-Stiftung für ihr Konzept „Green Controlling - Green Profit - Green Future".Der Stiftungsgründer, Prof. Dr. Dr. h.c. mult. Péter Horváth, erläuterte bei der Preisverleihung am 29.11.2012 auf der 10. Controlling Competence Stuttgart die wesentlichen Punkte, welche die Jury vom eingereichten Konzept der Hansgrohe SE überzeugt haben: Zum einen müsse die Initiative für die Controllinglösung maßgeblich von Controllern selbst ausgehen und ein mit der Unternehmensstrategie abgestimmtes Gesamtsystem darstellen, das alle umweltbezogenen Aktivitäten steuere. Dazu sei die Definition klarer KPIs notwendig. Zum anderen müsse das Konzept auch umgesetzt, gepflegt und weiterentwickelt werden. Diese Anforderungen erfülle die Hansgrohe SE laut Horváth „hervorragend".

Siegfried Gänßlen (Vorstandsvorsitzender der Hansgrohe SE), Dr. Carsten Tessmer (Pressesprecher) und Daniel Ette (Controlling) zeigten sich über die Auszeichnung hocherfreut. Das Thema Nachhaltigkeit sei bei Hansgrohe SE mindestens so wichtig wie das Thema Innovationsstärke. Laut Gänßlen entfallen bereits jetzt mehr als 25 Prozent des Nettogesamtumsatzes des Unternehmens auf wasser- und energieeffiziente Produkte.

„Nachhaltigkeit wird bei Hansgrohe nicht als Aufwandsgröße, sondern als Chance begriffen, um zukunftsfähig zu bleiben", so Gänßlen. Das Green Controlling als „Business Partner" spielt dabei eine wesentliche Rolle, die in Zukunft an Bedeutung weiter zunehmen werde.

 

Preisträger 2011: Carbon Accountig & Controlling Team, Deutsche Post DHL

Das Carbon Accounting & Controlling Team der Deutschen Post DHL wurde am 24. November 2011 im Rahmen der Veranstaltung Controlling Competence Stuttgart von Prof. Dr. Dr. h.c. mult. Péter Horváth und Siegfried Gänßlen für Ihre Controlling-Lösung im Rahmen des Umweltschutzprogramms „GoGreen" mit dem Green Controlling Preis ausgezeichnet.